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WM 2014 Brasilien - Plauderrunde


Autor Nachricht
Verfasst am: 13.06.2014 15:54
Bierling
Themenersteller
Dabei seit: 17.11.2012
Beiträge: 186
Das Eröffnungsspiel war leider nur eine knappe Halbzeit schön anzusehen, spannend war es aber bis zum Elfmeter. Bin sehr gespannt wie Kroatien mit Mandzukic spielt. Heute drei sehr interessante Partien mit dem Kracher E-NL.
Verfasst am: 13.06.2014 19:51
Pokalheld
Dabei seit: 17.11.2012
Beiträge: 233
Es waren bisher äußerst schwache Schiedsrichterleistungen. Warum lässt die FIFA nur Schiris aus Ländern zu, bei denen die Sportart Nr.1 der Walfang bzw. der Drogenhandel ist?

Verfasst am: 13.06.2014 22:51
Bierling
Themenersteller
Dabei seit: 17.11.2012
Beiträge: 186
Bitter der Elfer gegen Kroatien, war schon ne schöne Schwalbe, bei den Mexicanern wars Pech, vielleicht auch ein wenig Unvermögen des LR, was aber grade die Holländer anstellen ist einfach nur Amok. Hab zwar mit nem Sieg gerechnet, aber das ist der Hammer. Mal sehn wie gut Chile drauf ist, das könnte für Spanien früh enden. Die WM hat begonnen.
Verfasst am: 16.06.2014 11:01
Pokalheld
Dabei seit: 17.11.2012
Beiträge: 233
Hier einige interessante Daten zu unserem ersten Gruppengegner:

Portugal

Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt Lissabon
Staatsform parlamentarische Republik
Regierungssystem semipräsidentielle Demokratie
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Aníbal Cavaco Silva
Regierungschef Premierminister
Pedro Passos Coelho
Fläche 92.212 km²
Einwohnerzahl 10.602.000 (Juni 2012)[1]
Bevölkerungsdichte 115,13 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung ▲ +0,22 % pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt

Total (nominal)
Total (KKP)
BIP/Einw. (nominal)
BIP/Einw. (KKP)

2011[2]

$ 238,8 Milliarden (43.)
$ 248,9 Milliarden (50.)
$ 22.413 (36.)
$ 23.361 (42.)

Human Development Index ▲ 0,816 (43.)[3]
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit 1143
Nationalhymne A Portuguesa
0:00
Zeitzone UTC±0
UTC+1 (März bis Oktober)

Azoren:
UTC-1
UTC±0 (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen P
ISO 3166 PT, PRT, 620
Internet-TLD .pt
Telefonvorwahl +351

Portugal (amtl. República Portuguesa) ist ein europäischer Staat im Westen der Iberischen Halbinsel. Als westlichster Punkt Kontinentaleuropas wird das Land im Osten und Norden von Spanien begrenzt, im Westen und Süden dagegen vom Atlantischen Ozean. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo).

Das im 12. Jahrhundert gegründete Königreich Portugal stieg im 15. Jahrhundert zu einer europäischen Großmacht auf und spielte eine wesentliche Rolle im Zeitalter der Entdeckungen. Das Königreich schuf eines der größten Kolonialreiche mit Besitzungen in Afrika, Asien und Südamerika, dessen Niedergang jedoch bereits im Laufe des 17. Jahrhunderts eingeläutet wurde. 1910 kam es durch einen militärischen Aufstand zum Sturz der portugiesischen Monarchie, der König Manuel II. ins Exil zwang. Die Erste Portugiesische Republik trat am 5. Oktober 1910 in Kraft und bestand bis zum Militärputsch von General Gomes da Costa im Jahr 1926. Danach stand das Land für mehr als vierzig Jahre unter der autoritären Diktatur von António de Oliveira Salazar. Die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 führte zum Sturz des Régimes und eröffnete den Weg zur demokratischen Dritten Republik.

Portugal ist Gründungsmitglied der NATO (1949) und der OECD (194icon_cool.gif und zudem Mitglied der UNO (seit 1955), des Europarats (seit 1976) und des Schengener Abkommens (seit 1991). Portugal gehört außerdem zu den Gründungsstaaten der Eurozone. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs Ende des 20. Jahrhunderts gilt Portugal immer noch als ärmstes Altmitglied der EU (Beitritt 1986). Die Finanzkrise ab 2007 und die sich anschließende Eurokrise haben für eine Rezession und eine sozioökonomische Krise im Land gesorgt.

Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur in der Diaspora gibt es vor allem in Frankreich, Brasilien und den USA, wo jeweils etwa 1 Million Portugiesen leben. Gleichzeitig zählen neben Frankreich und Brasilien noch Marokko und Spanien zu den wichtigsten bilateralen Partnerländern.

Der Tourismus, insbesondere der Badetourismus, sind eine wichtige Einnahmequelle. Mit 25 Millionen Touristen pro Jahr gehört Portugal zu den meistbesuchten Ländern der Welt, häufigste Reiseziele sind die Algarve und die Region um die Hauptstadt Lissabon. Das Land ist daneben für den Weinanbau bekannt, insbesondere für den Portwein, und als weltweit bedeutendstes Produktionsland für Rohkork.

Inhaltsverzeichnis

1 Landesname
2 Geographie
3 Bevölkerung
3.1 Bevölkerungsentwicklung
3.2 Portugiesen im Ausland
3.3 Ausländische Bevölkerung
3.4 Religion
4 Geschichte
4.1 Frühgeschichte bis Antike
4.2 Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal
4.3 Endphase der Monarchie bis Estado Novo
4.4 Nelkenrevolution bis EG-Beitritt
4.5 Vom EU-Beitritt bis heute
5 Politik
5.1 Politisches System
5.2 Internationale Beziehungen
5.3 Bildungssystem
5.4 Gesundheitssystem
5.5 Administrative Gliederung
5.6 Militär
6 Wirtschaft
6.1 Allgemeines
6.2 Arbeitslosigkeit
6.3 Außenhandel
6.4 Bodenschätze
6.5 Landwirtschaft
6.6 Tourismus
6.7 Kenndaten
6.8 Internationale Wirtschaftsbeziehungen
6.9 Staatshaushalt
7 Infrastruktur
7.1 Straßenverkehr
7.2 Schienenverkehr
7.3 Luftverkehr
7.4 Wassertransport
8 Kultur
8.1 Literatur
8.2 Film
8.3 Musik
8.4 Portugiesischer Tanz
8.5 Portugiesische bildende Kunst
8.6 Portugiesische Architektur
8.7 Portugiesische Küche
8.8 Volksfeste
8.9 Sport
8.10 Bibliothekswesen
8.11 Medien
8.12 Feiertage
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Landesname

Der Name Portugal entstammt dem vom Römischen Imperium angelegten Hafen Porto, auf Lateinisch Portus Cale (lat. portus bedeutet „Hafen“). Was mit Cale gemeint ist, ist umstritten. Die meisten Gelehrten meinen, Cale beziehe sich auf die Gallaeker (altgriechisch Kallaikoi, lat. Callaici) – „Hafen der Galläker“. Andere meinen, es handele sich um ein Überbleibsel von lat. calidus, was „warm“ bedeutet – „Warmer Hafen“. Es gibt auch Historiker, die meinen, die Griechen hätten vielleicht als Erste dort gesiedelt und das griechische Wort kallis für „schön“ sei namensgebend gewesen – „Schöner Hafen“. Im Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei der Name im 7. und 8. Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes bezeichnete, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho.
Geographie
Satellitenbild
Klimadiagramm Lissabon
Typische Landschaft des Alentejo bei Monsaraz

Im Westen und Süden wird Portugal vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden mit der einzigen Landesgrenze von insgesamt 1214 km Länge mit Spanien begrenzt.

Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und besteht aus zwei traditionellen Provinzen oder Landschaften: Das Minho im Nordwesten gehört zu den am dichtesten besiedelten Gegenden des Landes. Die größten Städte des Minho sind Braga und Viana do Castelo. Das Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten Portugals bezeichnet. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird vor allem Wein angepflanzt, der zum berühmten Vinho Verde weiterverarbeitet wird. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten. Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora[4] der gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora, je nach Höhenlage gibt es Eichen und Kastanien oder Pinien und Olivenbäume.

Im Nordosten liegt Trás-os-Montes (Hinter den Bergen). Dies ist die dem Meer abgewandte Seite Nordportugals, die sehr gebirgig ist und deshalb sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer hat. Die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als im Minho und wird zur Grenze nach Spanien hin spärlicher. Beiden Provinzen ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês von zahlreichen Flüssen, wie dem Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder dem Rio Douro, durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Gerês, ein wichtiges Schutzgebiet des Landes. Dort existieren noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte des Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und Bragança.

Mittelportugal ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein beachtliches Gebirge mit Wintersportmöglichkeiten. Der höchste Berg ist der Torre mit 1993 m. Er ist die höchste Erhebung Kontinentalportugals. Die wichtigsten Landschaften sind die Beira, der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen Garten Lissabons), die Estremadura sowie die Mündung des Tejo in den Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein für den Weinanbau günstiges Klima. Die Tradition des Weinbaus reicht bis zu den Römern zurück. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo geteilt. Überschwemmungen, die früher den Ribatejo regelmäßig heimsuchten, kommen seit dem Bau zahlreicher Staudämme kaum mehr vor. Die wichtigsten Städte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Sintra, Coimbra, Viseu, Leiria, Castelo Branco sowie Santarém.

Der Süden Portugals setzt sich aus den drei Landschaften Terras do Sado, Alentejo und Algarve zusammen. Die Oberfläche der gesamten Region ist eben bis hügelig und hat ein trockenes und heißes Klima. Der Alentejo, die frühere Kornkammer Portugals, ist heute nur dünn besiedelt und von Abwanderung gekennzeichnet, weitläufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft. Zum Weinanbau kommen als Hauptprodukte Getreide und zunehmend Sonnenblumen. Die Wiesen dienen zur Schafzucht und sind im Frühling mit Blumen übersät. Zum wirtschaftlichen Niedergang tragen nicht zuletzt die länger werdenden Trockenperioden bei, die mit dem Bau von Staudämmen gemildert werden sollen. Umstritten sind die Anpflanzungen von schnell wachsenden Eukalyptusbäumen. Diese stellen ein erhöhtes Risiko für Waldbrände dar, trotzdem nehmen die Anbauflächen zu. Die südlichen Küstenregionen sind häufig von Kiefernwäldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen nur die Zwergpalme einheimisch ist.

Die Algarve markiert die gesamte Südküste des Landes und ist mit ihren hübschen Städten, den Steilküsten und Sandstränden zu einem beliebten Feriendomizil geworden, was übliche negative Begleiterscheinungen wie Massentourismus mit sich gebracht hat. Die größten Städte Südportugals sind Portalegre, Évora, Beja sowie Faro und Lagos. Der bestimmende Fluss ist der Rio Guadiana, der zweimal ein längeres Stück die Grenze zu Spanien bildet. An die große sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen.

Zu Portugal gehören des Weiteren die Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und Azoren (Habichtsinseln) im Atlantik. Sie sind, bis auf die Azoreninsel Santa Maria, vulkanischen Ursprungs. Die Inselgruppe Madeira hat aufgrund ihrer Lage vor der afrikanischen Küste eine teils tropische, teils subtropische Vegetation. Der höchste Berg Portugals befindet sich auf den Azoren (Ponta do Pico, 2351 m).

Die wichtigsten Flüsse Portugals sind der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt, der Douro (spanisch Duero) und der Mondego, wobei letzterer nur durch Portugal fließt.

Siehe auch: Liste der Städte in Portugal; Liste portugiesischer Inseln

Fauna

Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der nur auf der Iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu ausgestorben, nur noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze zu Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere im Süden die Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. Im Landesinneren kommen verschiedene Schlangen und Skorpione vor.
Bevölkerung
→ Hauptartikel: Portugiesen

Portugal ist, bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land. Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen, und nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen zugeordneter Dialekt (Mirandés) gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird.

Die dichteste Besiedelung weist ein Küstenstreifen von der spanischen Grenze im Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. Während in diesem Streifen 70 % der Bevölkerung leben, sind das Hinterland und der Süden Portugals sehr dünn besiedelt. Mehr als 10 % der Bevölkerung entfällt auf zwei Städte (Lissabon und Porto), während mehr als die Hälfte in Orten unter 2.000 Einwohnern lebt. Der Trend geht in Portugal in Richtung Verstädterung.
Bevölkerungsentwicklung
Bevölkerungsentwicklung Portugals (in Tausend, 1961–2003)

Die in Portugal ansässige Bevölkerung wurde für Ende Dezember 2008 auf 10.627.250 Personen geschätzt.[5] Damit hat sich die Bevölkerung seit 1900 verdoppelt. Das Bevölkerungswachstum war dabei keineswegs konstant. Einem Bevölkerungsrückgang im Jahre 1920 aufgrund der Auswirkungen des Ersten Weltkrieges, der Spanischen Grippe und einer Auswanderungswelle folgte eine Wachstumsphase, die bis in die 1940er Jahre dauerte und die von steigender Lebenserwartung der Menschen profitierte. Von etwa 1965 bis 1973 kam es zu starker Auswanderung, bis sich 1974 aufgrund der Unabhängigkeit der Kolonien eine starke Rückwanderung ereignete. Die Auswanderung der 1980er Jahre kam in den 1990ern zum Stillstand.[6]

Das natürliche Bevölkerungswachstum war 2007 leicht negativ, 2008 stagnierte es. Das leichte Gesamtwachstum, das 2008 0,09 % und 2007 0,17 % betrug, ist deshalb nur auf die Nettomigration zurückzuführen. 2003 noch war die Bevölkerung um 0,64 % gewachsen.[5] Die Geburtenrate, die vor 1920 noch bei 30 pro 1000 Einwohnern lag, ist bis 2008 auf 9,8 pro 1000 Einwohner gesunken. Die Fruchtbarkeitsrate erreichte 2007 mit nur 1,33 Kindern pro Frau den tiefsten Wert in der Geschichte des Landes. In den 1960er Jahren bekam eine Frau im Durchschnitt drei Kinder.[5][7] Regional gibt es hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung erhebliche Unterschiede: Während die Bevölkerung der Algarve, Lissabons und der Azoren wächst, geht jene des Alentejo und der Region Centro zurück.[8] Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira und Azoren) gehen.

Die Bevölkerung Portugals altert: 2008 waren 15,3 % der Bewohner 15 Jahre oder jünger, während 17,6 % 65 Jahre oder älter waren. Dieser Trend ist im Hinterland besonders ausgeprägt, der Grund ist die Abwanderung der jüngeren Bewohner in die Ballungszentren. Da zahlreiche Portugiesen, die im Ausland gearbeitet haben, für ihren Lebensabend in ihre Heimat zurückziehen, ist die Alterung der Bevölkerung des Landes besonders prägnant.[5][9] Die Lebenserwartung bei Geburt lag 2008 bei 81,7 Jahren für Frauen und 75,5 Jahren für Männer. Im Jahre 1970 hatte sie noch bei 70,3 bzw. 64,0 Jahren gelegen. Parallel dazu ging die Kindersterblichkeit zurück: 2008 lag sie bei 3,3 pro Tausend Lebendgeborenen, während sie 100 Jahre davor noch um 150 pro Tausend Lebendgeborenen gelegen hatte.[5][10]

Das durchschnittliche Heiratsalter ist in den letzten Jahren gestiegen, 2008 heirateten Frauen zum ersten Mal mit 26,8 und Männer mit 29,7 Jahren. Dabei sinkt der Anteil kirchlicher Ehen rapide, von 59,6 % im Jahre 2003 auf 44,4 % 2008.[11]
Portugiesen im Ausland

Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur in der Diaspora gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 1.132.048 Portugiesen[12] leben, aber auch in vielen anderen Staaten. In Luxemburg lebten 2012 81.274 Portugiesen, damit stellten sie 16 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs.[13] Andererseits war Portugal schon während der Unabhängigkeitskriege seiner Kolonien Zielland für Einwanderer aus den kolonisierten Regionen.
Ausländische Bevölkerung
Ausländer in Portugal mit ihren Herkunftsländern. Alle portugiesischsprachigen Länder sind in grünen Farbtönen gehalten.
Datenquelle: INE[14]

Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union 1986 und dem damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal verstärkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die Herkunftsländer der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde, Guinea-Bissau), Südamerika (Brasilien) sowie Osteuropa (Ukraine, Russland und Moldawien) liegen.

Ende 2008 lebten 443.102 ausländische Staatsangehörige in Portugal. Diese stammen zu mehr als der Hälfte aus anderen portugiesischsprachigen Ländern, sind meist katholischen Glaubens und teilen deshalb einen ähnlichen kulturellen Hintergrund.[14] Etwa ein Viertel der Ausländer, die in Portugal leben, sind Europäer, wovon ein Teil Rückkehrer sind, also aus Portugal ehemals ausgewanderte Portugiesen, die mit fremder Staatsbürgerschaft zurückgekehrt sind. Ein anderer Teil sind Dauerurlauber, die in Portugal ihren Ruhestand verbringen.

Die ausländische Bevölkerung lebt zu mehr als der Hälfte in Lissabon, davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der Küste. Im Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5 %.
Religion

Die große Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, wobei der Anteil an der Gesamtbevölkerung mit Werten zwischen 85 %[15] und 95 %[16] angegeben wird.

In Portugal herrscht Glaubensfreiheit und, seit Einführung des Gesetzes über die Glaubensfreiheit (Lei da Liberdade Religiosa)[17] offiziell auch Gleichheit zwischen den Religionen. Die Gleichheit ist aber in der Realität noch nicht erreicht: die Kirche betreibt in Portugal bedeutende Kultureinrichtungen, eine angesehene Universität, Privatschulen und auch einen Radiosender. Weiter ist das Gesetz über die Glaubensfreiheit nur teilweise auf die katholische Kirche anzuwenden.[15] Ob öffentliche Schulen verpflichtet sein sollen, Religionsunterricht anzubieten, ist in Portugal seit 25 Jahren umstritten.[15]
Der Wallfahrtsort Fátima

In der ersten Verfassung Portugals von 1822 wurde der Katholizismus zur Staatsreligion erklärt. Die Verfassung von 1826 schaffte die religiöse Verfolgung ab. Die offizielle Trennung von Staat und Kirche erfolgte mit der republikanischen Revolution von 1910, wobei Konkordate mit dem Vatikan der katholischen Kirche weiterhin weitreichende Privilegien einräumten.[15] Die portugiesische Ausprägung des Katholizismus wird, im Vergleich zur Praxis in anderen Ländern, als menschlich, lyrisch und mit Verständnis für die fleischlichen Dinge des Lebens beschrieben.[18] Typisch ist die starke Verehrung der Jungfrau Maria. Wichtigstes Pilgerziel ist der Wallfahrtsort Fátima. Hier soll die Jungfrau Maria 1917 drei Hirtenkindern erschienen sein.

Im Mittelalter spielten zwei weitere Religionen eine bedeutende Rolle in Portugal. Mauren und Araber beherrschten zeitweise den Süden des Landes. Nach der Reconquista mussten sie das Land verlassen oder sich den Christen unterwerfen. Sie brachten zahlreiche technologische Fortschritte mit sich, wie Verbesserungen im Brunnenbau, Bewässerung, Olivenanbau, Anbau von Zitrusfrüchten, Baumwolle und Zuckerrohr, die Seidenraupenzucht, die Herstellung von Fliesen, Jalousien, Hygiene und Ornamentik. Die Gesellschaft im damaligen Portugal bot auch unterworfenen oder versklavten Mauren die Möglichkeit, gesellschaftlich aufzusteigen, so dass die muslimische Bevölkerung in der christlichen aufging.[19] Die Juden genossen im Mittelalter den Schutz der portugiesischen Könige. Das durch Handel und Verwaltungsposten in Staat und Kirche angehäufte Vermögen diente als Grundlage für den Aufbau der portugiesischen Flotte. 1504 und 1506 kam es in Lissabon jedoch zu anti-jüdischen Pogromen.
Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte Portugals
Frühgeschichte bis Antike
→ Hauptartikel: Vorgeschichte Portugals
Die römische Provinz Lusitania im Südwesten der iberischen Halbinsel

Es wird geschätzt, dass Portugal bereits vor 500.000 Jahren besiedelt wurde. Das älteste in Portugal gefundene menschliche Fossil stammt von Neandertalern, die vor etwa 100.000 Jahren Portugal bewohnten. Felszeichnungen aus der Altsteinzeit, die die weltweit bedeutendsten ihrer Art sind, werden auf ein Alter von 10.000 bis 25.000 Jahren geschätzt. Der Übergang zur Jungsteinzeit erfolgte zwar spät, dafür setzte sich speziell in Südportugal die Kupferverarbeitung besonders schnell durch. Erste Handelsbeziehungen mit anderen Regionen Europas sind für diese Zeit belegt. Ab 800 v. Chr. gründen Phönizier Handelsstützpunkte an der Algarve. Ab ca. 600 v. Chr. gründeten Griechen im östlichen und nordöstlichen Bereich mehrere kleine Siedlungen. Frühestens ab dem 6. bis 3. Jh. v. Chr. wandern in mehreren Wellen Kelten ein, die sich mit den Iberern vermischen. Neben den Kelten wird der Stamm der Lusitaner genannt, der den Römern als besonders wehrhaft galt und im Lateinischen namensgebend für das Land werden sollte.[20]Die Vermischung der Kelten mit der einheimischen Kultur erschuf die Keltiberer.

Ab 450 v. Chr. wird die südliche iberische Halbinsel von Karthago kolonisiert. Bis 206 v. Chr. gelang es den Römern, die Karthager zu vertreiben. Im Verlaufe des Zweiten Punischen Krieges, an dem zahlreiche lusitanische Söldner von Karthago eingesetzt wurden, kam es zu einer Gegeninvasion Roms auf der iberischen Halbinsel und damit zu einer Romanisierung.[21] Von den Römern wurde das Territorium Portugals zunächst als Provinz Hispania ulterior, ab der Regierungszeit von Augustus unter dem Namen Lusitania verwaltet, die neben dem Großteil des heutigen Portugal weitere Gebiete im Westen des heutigen Spanien umfasste. In Nord- und Nordostportugal trafen die römischen Eroberer auf starken Widerstand; erst ab 19 v. Chr. gilt die Region als unterworfen. Danach kommt es jedoch zu starker Romanisierung, Städte nach römischem Vorbild, Römerstraßen, Villae und Bergwerke entstehen, mit den Siedlern kommt das Vulgärlatein ins Land, aus dem später die portugiesische Sprache entstand, und auch das Christentum.[22] Die römische Herrschaft endet in der Völkerwanderungszeit; Sueben (ab 409), Alanen, Vandalen und vor allem Westgoten (ab 416) fallen ein und gründen kurzlebige Reiche auf dem Gebiet des heutigen Portugal. Nur die Sueben konnten sich länger halten, ihr Reich um Braga wurde jedoch 456 durch Theoderich II. und ein zweites Mal 585 zerstört.[23]
Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal

Im Jahre 711 besiegte ein von Tariq ibn Ziyad geführtes Berberheer die Armee von Westgoten-König Rodrigo. Bis 716 war das ganze Territorium des Westgoten-Reiches unter Kontrolle der Umayyaden, Lusitanien wahrscheinlich schon 713. Al-Andalus und vor allem das Emirat, später Kalifat von Córdoba wurde teils von sehr fähigen und erfolgreichen Herrschern wie Abd ar-Rahman I., Abd ar-Rahman III. oder al-Hakam II. geführt und gehörte zu den fortschrittlichsten Reichen seiner Zeit. Nach seinem Zerfall in mehrere Taifas, gehörte der Großteil Lusitaniens zur Taifa von Badajoz, der äußerste Süden zu Sevilla. Es kam zu einer Einwanderung von berberischen Siedlern, klimatisch bedingt vor allem in den Süden der Halbinsel. Der maurische Einfluss auf Kultur und Sprache Portugals war stark und nachhaltig.[24]

Das Königreich Asturien war für die Mauren nicht von Interesse. Von hier ausgehend begann im 9. Jahrhundert die christliche Reconquista der Territorien des späteren Portugal. Im Jahre 868, während einer Schwächephase des Emirates von Córdoba, wurde Portucale erobert (Presúria), 879 Coimbra. Mit der Presúria von Portucale durch Vímara Peres entwickelte sich in der Gegend um Porto als Teil des Königreiches Asturien-León eine „erste“ Grafschaft Portucale (Condado Portucalense). Nachkommen aus der Familie von Vímara Peres herrschten in dieser Region bis 1071; es kam zum Wiederaufbau von Braga und zum Bau der Festung von Guimarães.[25] 1071 wurde eine Revolte des letzten Grafen von Portucale, Nuno Mendes, gegen den 1065 zum König von Galicien und Portugal ernannten Garcia niedergeschlagen. Der König von León belehnt um 1095 Heinrich von Burgund mit Portucale und Coimbra. Es entstand eine, ebenfalls als Condado Portucalense bezeichnete, „zweite“ Grafschaft Portucale, die direkt zur Gründung des unabhängigen Königreiches von Portugal führte.

Bereits der Sohn Heinrichs von Burgund, Alfons I., rebelliert 1127 mit Unterstützung des lokalen Kleinadels (infanções) nach dem Tod Heinrichs gegen seine eigene Mutter, die einen galizischen Prinzen geheiratet hatte. Nach der gewonnenen Schlacht von Ourique hatte er so weit an Prestige gewonnen, dass er 1143 mit Einverständnis von Alfons VII. von León den Königstitel annahm. Im Jahre 1166 gab León den Anspruch der Vorherrschaft über Portucale auf, womit die formelle Unabhängigkeit erlangt wurde. Die Herrscher des Hauses Burgund versuchen, ihr Territorium in Richtung Süden auszudehnen, wobei es das Ziel gewesen sein dürfte, die Macht über ganz Lusitanien zu erlangen. Kastilien verhinderte dies aber. Bis 1250 wurde die Reconquista mit der Eroberung der Algarve, unter starker Beteiligung ausländischer Ritter und Ritterorden, abgeschlossen.[26]
Die Festung von Guimarães, das Hauptsymbol für Portugals Unabhängigkeit.
Denkmal der Entdeckungen (Padrão dos Descobrimentos) in Lissabon

1383 starb das Haus Burgund in Portugal aus. Ein nichtehelicher Abkömmling, Johann von Avis rief sich zum König aus, konnte kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründete die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Unter den Avis-Königen (besonders Emanuel I. - er herrschte von 1495 bis 1521) stieg Portugal zur führenden europäischen Handels- und Seemacht auf. Heinrich der Seefahrer (1394–1460) initiierte Entdeckungsreisen an der westafrikanischen Küste, die am Beginn der Errichtung des portugiesischen Kolonialreiches zuerst in Afrika, später in Südamerika (Brasilien) sowie Asien (Portugiesisch-Indien, Ceylon, Malakka, Macao u. a.) und der europäischen Expansion standen. Das Land war Weltmacht und eine der reichsten Nationen Europas. Auch kulturell kam es zu einer Blütezeit (Luís de Camões).

1580 starb das Haus Avis aus, Portugal fiel aus dynastischen Gründen an die spanischen Habsburger. Bis 1640 herrschten die Spanier, Portugal verlor seine Unabhängigkeit, sank zur spanischen Provinz herab und verlor Teile seines Kolonialreiches. 1640 führte der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und rief sich als Johann IV. zum König aus. Er gründete die vorletzte portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und wirtschaftspolitisch geriet das Land in immer größere Abhängigkeit von England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtete ein Erdbeben große Teile der Hauptstadt Lissabon. Unter dem Ersten Minister und Reformer Marquês de Pombal wurde die Stadt wieder aufgebaut und das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu einem aufgeklärt absolutistischen Staat umgeformt. 1761 kam es zu einem Angriff Spaniens und Frankreichs auf das Land, Pombal trug Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe den Oberbefehl über die vereinigten portugiesischen und britischen Truppen an. Wilhelm wehrte die Angriffe ab und sicherte damit die Unabhängigkeit Portugals. In den folgenden Jahren reformierte er das portugiesische Heer tiefgreifend und ließ die Festung Elvas an der spanischen Grenze errichten. 1807 besetzten napoleonische Truppen das Land, die königliche Familie floh nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben worden waren, kam es zur liberalen Revolution, das Land erhielt zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Verfassung (1821). Der anschließende Kampf zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie wurde erst durch den Sieg Letzterer im Miguelistenkrieg entschieden. Am 7. September 1822 erlangte Brasilien unter Kaiser Pedro I. seine Unabhängigkeit.
Endphase der Monarchie bis Estado Novo

Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wurde von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt. 1853 starb mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg und Gotha übernahm der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie war durch eine große Armut, geringe Bildung (80 Prozent der Portugiesen waren Analphabeten), allgemeine wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und durch sich zu Staatskrisen ausweitende republikanische Aufstände geprägt. Unter João Franco wurden die Königsbezüge weiter erhöht und das Ansehen der Monarchie litt verschärft durch den sichtbaren Widerspruch zwischen zerrütteten Staatsfinanzen einerseits und dem luxuriösen, extravaganten Lebensstil der Herrscherfamilie andererseits.[27] 1908 wurden der König Karl I. und sein Sohn, Thronfolger Ludwig Philipp, bei einer Kutschfahrt erschossen. Nur der Sohn Manuel überlebte das Attentat.

Am 3. Oktober 1910 wurde der republikanische Abgeordnete Miguel Bombarda unter ungeklärten Umständen ermordet. In der Nacht kam es daraufhin in Lissabon zu Aufständen. Eine schnell gebildete provisorische Regierung rief am 5. Oktober 1910 die Republik aus; König Manuel II. floh ins englische Exil.[27]

Die junge Republik Portugal sagte Großbritannien 1914 materielle Unterstützung und die Entsendung eigener Truppen zu. Obwohl sie offiziell neutral war, rechtfertigte die portugiesische Regierung die Beteiligung am Krieg mit einem alten Allianz-Abkommen der beiden Länder, das 1912 erneuert worden war.

„Mit der Teilnahme am Ersten Weltkrieg auf der Seite der Briten versuchte Portugal, seine afrikanische Kolonien (Angola und Mozambique) zu schützen, die 1898 Bestandteil eines geheimen Abkommens zwischen den Briten und den Deutschen gewesen waren. Zudem wollte Portugal seinen Eintritt in die Riege der europäischen Nationen unterstreichen. Das Mitwirken auf internationaler Ebene wurde als Mittel zur Stärkung der nationalen Einheit wahrgenommen. Schließlich sollte die Legitimität des republikanischen Regimes gefestigt werden, das zu dem Zeitpunkt durch monarchistische Bewegungen und große wirtschaftliche Schwierigkeiten bedroht war.

Der britische Generalstab begnügte sich zunächst mit der materiellen Hilfe Portugals. Die Führung blieb skeptisch, ob der Einsatz der jungen portugiesischen Republik in den Kampfhandlungen den alliierten Kräften wirklich nutzen würde. Die wachsenden logistischen Probleme der Alliierten veranlassten Großbritannien jedoch dazu, im Dezember 1915 die Beschlagnahmung aller in portugiesischen Häfen ankernden deutschen Schiffe zu erbitten. Dieser Bitte entsprach die Regierung am 24. Februar 1916, worauf Deutschland Portugal am 9. März den Krieg erklärte.[28]“

Im März 1916 trat das Land auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisierte zeitweise 56.500 Soldaten. In der Vierten Flandernschlacht fielen an einem einzigen Tag fast 7.500 Männer bei einer deutschen Offensive.[29]

In der sogenannten ersten Republik (bis 1926) herrschten allgemeine politische Instabilität und anarchisch chaotische Zustände. Sie war durch monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (unter anderen des Sidónio Pais, 1917) und schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit gekennzeichnet.

1926 putschte das Militär und beendete die erste Republik. Unter den Militärs stieg ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf. Er gründete ab 1933 den „Estado Novo“, den neuen Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE). Die katholisch-autoritäre und antidemokratische Ideologie des Diktators verfolgte das Projekt eines „Ständestaates“.

Außenpolitisch baute Salazar auf die Bindung an Großbritannien, sympathisierte im spanischen Bürgerkrieg mit den nationalspanischen Kräften und taktierte geschickt zwischen den Blöcken. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral, belieferte beide Seiten mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram und wurde zum Tummelplatz von Geheimagenten aller Kriegsparteien. Salazar, der von Anfang an mit einem alliierten Sieg rechnete und entscheidend auf Franco im Sinne einer spanischen Neutralität eingewirkt hatte, erlaubte den Alliierten schließlich im Herbst 1943 die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren.

Nach Ende des Krieges war Portugal Gründungsmitglied der NATO. Ab 1960 – dem Afrikanischen Jahr, bei dem 18 Länder unabhängig wurden – begann der Kolonialkrieg, der in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt wurde. Der Versuch des Offiziers Henrique Galvão, das Salazar-System durch die Entführung des Passagierschiffs Santa Maria im Januar 1961 in der Karibik zum Einsturz zu bringen, scheiterte, obwohl die Santa-Maria-Affäre international Aufsehen erregte.

1968 musste Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten, sein Nachfolger, Marcelo Caetano, konnte sich nicht zu grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg war Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kriegskosten führten zu steigender Staatsverschuldung und Inflation.

Führende Militärs erkannten, dass der Kolonialkrieg militärisch für Portugal nicht zu gewinnen war. Wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine politische Lösung des Problems zu finden, putschten sie 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (ausgelöst durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führte dazu, dass sich große Teile der Bevölkerung mit den putschenden Offizieren solidarisierten. Es kam zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendete. Die neuen Machthaber entließen die portugiesischen Kolonien, bis auf Macao, in die Unabhängigkeit (1974/1975).

Panoramablick von Vila Nova de Gaia auf den alten Hafen und die Innenstadt von Porto

Vila Nova de Gaia (Vordergrund), Ponte Dom Luis I (rechts)

Panoramablick vom Elevadorde Santa Justa auf die Altstadt von Lissabon

Aufgenommen von der Plattform des Elevador de Santa Justa: Links der Rossio, in der Mitte auf dem Hügel das Castelo de São Jorge, rechts der Tejo.

Nelkenrevolution bis EG-Beitritt

Die erste Zeit nach der Revolution war geprägt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo Saraiva de Carvalho) innerhalb des MFA (Movimento das Forças Armadas – Bewegung der Streitkräfte), der Vereinigung der putschenden Offiziere. Zunächst sah es so aus, als würde die sozialistische Strömung siegen, es kam zu Verstaatlichungen und zu einer Landreform. Die Verfassung von 1976 definierte den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel.

Als sich bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen konnte, waren die Weichen für eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führten das Land schließlich 1986 in die Europäische Gemeinschaft.
Vom EU-Beitritt bis heute
Eine Straße in Lissabons Altstadt.

1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung die Parlamentswahlen, die rechts der Mitte stand, die Regierungen unter Francisco Sá Carneiro und Francisco Pinto Balsemão. Die Regierung konnte sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungsänderung einigen, die die sozialistischen Überreste entfernte, welche nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben worden waren. Die 1982 in Kraft getretene Verfassungsänderung ersetzte den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat durch ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wurde Aníbal Cavaco Silva Premierminister. Seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelang bei den Wahlen 1987 ein Erdrutschsieg; erstmals errang eine Partei die absolute Mehrheit. Cavaco Silva blieb bis 1995 Ministerpräsident. Er verfolgte eine neoliberale Wirtschaftspolitik und nahm die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution zurück. Von 1995 bis 2002 stellten wieder die Sozialisten mit António Guterres die Regierung.

Bei den Parlamentswahlen vom 17. März 2002 kam es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 Prozent erreichte die konservative PSD unter José Manuel Durão Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1 Prozent, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei CDS-PP mit 37,9 beziehungsweise 8,8 Prozent. Mit letzterer bildete Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische Vorsitzende des CDS-PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers übernahm und zudem die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an das CDS-PP gingen. Die Sozialisten stellten jedoch ununterbrochen den Präsidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wurde.

Im Juli 2004 wurde Barroso vom Europäischen Rat zum Nachfolger von Romano Prodi als Präsident der Kommission der Europäischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wurde Pedro Santana Lopes, der nur kurze Zeit regieren konnte, da Präsident Sampaio bereits im November das Parlament vorzeitig auflöste und für Februar 2005 Neuwahlen ausschrieb, bei der die Partido Socialista mit 121 von 230 Sitzen zum ersten Mal in der Geschichte die absolute Mehrheit der Parlamentssitze errang. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates wurde am 12. März 2005 neuer Ministerpräsident des Landes.

Am 22. Januar 2006 wählten ungefähr 8,9 Millionen Portugiesen einen neuen Präsidenten. Der bisherige Präsident, der Sozialist Jorge Sampaio, durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen. Gegen fünf Kandidaten der Linken setzte sich bereits im ersten Wahlgang der Mitte-Rechts-Kandidat und frühere Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (PSD) mit einer absoluten Mehrheit von 50,6 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 62,6 Prozent durch. Er wurde von einem Bündnis aus PSD und CDS-PP unterstützt. Der als Architekt des portugiesischen Wirtschaftsaufschwungs in den Jahren 1985 bis 1995 geltende 66-jährige Wirtschaftsprofessor wurde damit der erste bürgerliche Präsident in Portugal seit der Nelkenrevolution von 1974. Er wurde am 9. März 2006 für fünf Jahre in sein Amt eingeführt. Am 23. Januar 2011 wurde Cavaco Silva im Amt bestätigt.[30]

Die drastischen Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise dominierten den Wahlkampf bei den Parlamentswahlen 2009. Obwohl die regierenden Sozialisten deutlich an Wählerstimmen verloren und ihre absolute Mehrheit einbüßten, gelang es ihnen, sich als wählerstärkste Partei zu behaupten. Damit blieb auch die Regierung Sócrates im Amt.

Nachdem das Sparkonzept der Regierung im Parlament keine Mehrheit fand, reichte Sócrates am 23. März 2011 sein Rücktrittsgesuch ein. In den anschließenden Neuwahlen erfuhren die Sozialisten eine deutliche Wahlniederlage. Folgerichtig wurde am 15. Juni 2011 Pedro Passos Coelho, Vorsitzender der mit fast 40 % der Stimmen siegreichen liberal-konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD), zum neuen Ministerpräsidenten Portugals ernannt. Er führt eine Koalitionsregierung aus PSD und CDS-PP, die mit 132 von 230 Parlamentssitzen über eine solide Mehrheit verfügt.
Politik
Politisches System

Seit der Nelkenrevolution des Jahres 1974 hat sich Portugal zu einer stabilen parlamentarischen, semipräsidentiellen Republik entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der Politik in Portugal sind der Präsident, der Premierminister und sein Ministerrat, das Parlament sowie die Justiz.

Der Präsident, der alle fünf Jahre direkt in allgemeinen und direkten Wahlen bestimmt wird, ist Oberkommandierender der Streitkräfte. Er ernennt einen Premierminister und den Ministerrat, wobei er sich am Ergebnis der Parlamentswahlen zu orientieren hat. Der Staatsrat ist ein Gremium, das den Präsidenten berät, und besteht aus dem Staatspräsidenten und seinen Vorgängern, dem Premierminister, dem Präsidenten des Verfassungsgerichtes, dem Bürgerbeauftragten, den regionalen Präsidenten (Madeira und Azoren) sowie fünf vom Staatspräsidenten und fünf vom Parlament ausgewählten Personen.

Die Verfassung von 1976 galt als ein Kompromiss zwischen zwei Legitimitätsformen, die sich während der Transformation herausgebildet haben: dem Militär, dem gewählten Parlament und dem gewählten Präsidenten. Bis zu einer endgültigen Institutionalisierung des Regierungssystems in Portugal dauerte es bis 1982, als die Verfassung eine Revision erfuhr. Bis 1982 wurde die revolutionäre Legitimation des Militärs als notwendig empfunden. Seit der Revision 1982 wurden die Befugnisse des Präsidenten zu Gunsten des Parlamentes beschnitten. Man spricht in dem Zusammenhang von der Herausbildung eines parlamentarischen Regierungssystems.[31] Die Regierung ist seitdem allein dem Parlament verantwortlich. Die Befugnisse des Militärs wurden durch die Auflösung des Revolutionsrates beschnitten und einer zivilen Kontrolle unterstellt. Seit der Verfassungsrevision 1982 hat der direkt gewählte Präsident in Portugal keine exekutiven Befugnisse mehr.

Die Regierung wird vom Premierminister geleitet, der sich einen Ministerrat zusammenstellt. Jede neue Regierung muss dem Parlament ihr Programm zur Debatte vorlegen. Wird es nicht abgelehnt, ist die Regierung vom Parlament akzeptiert.

Das Parlament wird als Assembleia da República (Versammlung der Republik) bezeichnet und besteht aus einer Kammer mit bis zu 230 Abgeordneten. Die Abgeordneten werden für vier Jahre nach Verhältniswahlrecht gewählt. Der Präsident hat das Recht, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.

Das Oberste Gericht ist die höchste Instanz der portugiesischen Justiz. Zudem sind besondere Oberste Gerichte für militärische, verwaltungsrechtliche und steuerrechtliche Fragen zuständig. Das Verfassungsgericht Portugals hat neun Mitglieder und überwacht die verfassungsgemäße Auslegung des Rechts.

Die über lange Zeit größten Parteien sind die sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Partei (PS) und die bürgerlich-konservativ orientierte Sozialdemokratische Partei (PSD). Daneben gibt es auf der rechten Seite noch die rechtspopulistische Volkspartei (CDS/PP) und auf der linken Seite die traditionsreiche Kommunistische Partei (PCP) und den vor wenigen Jahren als Sammelbecken der intellektuellen Linken gegründeten Linksblock (BE). Die fünf Parteien sind gegenwärtig im Parlament vertreten. Die Grünen (PEV) treten in Portugal immer in Listenunion mit den Kommunisten an und bekommen darüber normalerweise ein Parlamentsmandat.
Siehe auch: Liste der politischen Parteien Portugals
Internationale Beziehungen

Portugal ist Mitglied der Europäischen Union und hatte im zweiten Halbjahr 2007 den Ratsvorsitz inne. Das Land hatte den Vorsitz bereits im ersten Halbjahr 2000. In dieser Zeit verfolgte Portugal vor allem das Ziel, den Dialog mit Afrika zu forcieren und Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu geben.

Portugal war Gründungsmitglied der NATO und beteiligt sich mit Truppen an der Friedenssicherung auf dem Balkan. Zusammen mit Spanien ist Portugal an den Ibero-Amerikanischen Gipfeltreffen beteiligt, die vor allem den Dialog mit den Ländern Lateinamerikas fördern sollen. Federführend war das Land bei der Gründung der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP), deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit dieser Länder zu vertiefen. Ferner ist das Land Mitglied in der Lateinischen Union, die den Erhalt und die Vielfältigkeit der romanischen Sprachen fördert.

Portugal unterstützte eins seiner früheren Kolonialgebiete, Osttimor, im Kampf um Unabhängigkeit von Indonesien, und kooperiert dabei zugunsten des jungen Staates finanziell und militärisch mit asiatischen Ländern, den Vereinigten Staaten sowie der UNO.

Es besteht ein Streit zwischen Portugal und Spanien um das Gebiet von Olivenza (oder Olivença), das gegenwärtig zum spanischen Staat gehört, jedoch von Portugal beansprucht wird. Olivença kam 1801 unter spanische Verwaltung, doch Spanien erklärte sich auf dem Wiener Kongress von 1815 bereit, das Gebiet an Portugal zurückzugeben. Portugal verlangt seither die Rückgabe.
Bildungssystem
Die Universität von Coimbra zählt zu Europas bedeutendsten Forschungsuniversitäten

Bis zur Nelkenrevolution 1974 wurde Bildung vernachlässigt, und nach der Revolution ging der Aufbau des Bildungssystems nur langsam voran. Dies macht sich bis heute bemerkbar: Im Jahr 2000 verfügten beispielsweise nur ungefähr ein Zehntel der Dreißigjährigen über einen Hochschulabschluss. Damit lag Portugal unter den EU-Mitgliedern vor der Osterweiterung mit großem Abstand weit zurück. Die Analphabetenquote liegt um 6,7 % (5 % bei Männern, 9 % bei Frauen).

Das Schulsystem besteht aus einer vierjährigen Grundschule und einer fünfjährigen Oberschule. Für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr besteht eine gesetzlich festgelegte neunjährige Schulpflicht. Der Pflichtschulunterricht ist an staatlichen Schulen kostenlos. Für den Unterricht an einer der vergleichsweise zahlreichen privaten Schulen können bedürftige Familien Unterstützung erhalten.

Wer nach der Oberschule die dreijährige Escola Secundária absolviert, bekommt die Universitätsreife und kann zwischen mehreren Möglichkeiten des Hochschulstudiums wählen: Hochschulbildung wird in Portugal von staatlichen und privaten Universitäten (universidades) sowie staatlichen und privaten Fachhochschulen (escolas politécnicas) angeboten. Zur Förderung abgelegener Gebiete wurden in vielen mittleren Städten Hochschulen eingerichtet. In jedem Fall ist eine Aufnahmeprüfung zu absolvieren und es sind Studiengebühren zu entrichten, die bei privaten Schulen höher sind als bei staatlichen. Sie sind je nach Fachrichtung unterschiedlich, für staatliche Einrichtungen bis zu 850 € jährlich. Trotzdem ist etwa ein Drittel der Studenten bei einer privaten Institution eingeschrieben. Zusätzlich zu den Einschreibegebühren sind propinas, Gebühren für die Vergabe von Zeugnissen und Diplomen zu zahlen. Etwa 20 % der Studenten kommen in den Genuss einer einkommensabhängigen staatlichen Unterstützung.
Gesundheitssystem

Mit dem steuerfinanzierten Serviço Nacional de Saúde steht seit 1979 allen Einheimischen und Besuchern ein, bis auf meist geringe Zuzahlungen, weitgehend kostenloses Gesundheitssystem zur Verfügung, wie es die portugiesische Verfassung von 1976 festgeschrieben hat. Daneben bestehen berufsständische und private Gesundheitssysteme. Mit 3,33 Ärzten pro 1000 Einwohner befindet sich der medizinische Versorgungsgrat in Portugal weltweit auf dem 28. Rang (Vergleich: Deutschland 3,73; Schweiz 3,57; Österreich 2,2icon_cool.gif. Die Lebenserwartung in Portugal liegt mit 79 Jahren (2009)[32] inzwischen über dem europäischen Mittelwert von 77 Jahren.(2012)[33]

Der öffentliche Rettungsdienst INEM deckt Kontinentalportugal mit einem einheitlichen Notfalldienst ab.
Administrative Gliederung
→ Hauptartikel: Administrative Gliederung Portugals
Verwaltungsdistrikte

Portugal hat eine komplexe Verwaltungsgliederung: Neben fünf Regionen, 18 Distrikten und den zwei autonomen Regionen der Azoren und Madeira, gibt es 28 sogenannte statistische Unterregionen. Eine Ebene darunter folgen etwa 300 Kreise und 4.200 Gemeinden. Die auf mehreren Ebenen kleinteilige Gliederung ist ineffizient und teuer. Eine Reform, die alle Distrikte abschaffen und Kompetenzen dezentralisieren soll, wird vorbereitet.
Siehe auch: Portugiesische Kolonialgeschichte
Militär

Die Portugiesischen Streitkräfte (portugiesisch: Forças Armadas Portuguesas) unterstehen dem Verteidigungsministerium und bestehen aus den Teilstreitkräften

Heer (Exército Português)
Marine (Marinha Portuguesa)
Luftstreitkräfte (Força Aérea)
Republikanische Nationalgarde (Guarda Nacional Republicana)

Der Präsident ist Oberkommandierender der Streitkräfte. Die bis 2003 herrschende allgemeine Wehrpflicht ist ausgesetzt.
Wirtschaft
Allgemeines
Portugal ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 16 EU- Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.

Seit dem Beitritt Portugals zur EG im Jahre 1986 hat sich Portugal zu einer zunehmend diversifizierten, vor allem auf Dienstleistungen ausgerichteten Ökonomie entwickelt. Dienstleistungen sind mittlerweile für etwa zwei Drittel des BIP verantwortlich. Wie in anderen Staaten Europas wurden weit reichende Privatisierungen durchgeführt und die Staatsausgaben reduziert. Im Jahre 1998 hat sich Portugal für den Beitritt zur Europäischen Währungsunion qualifiziert und führte wie elf andere Staaten am 1. Januar 2002 den Euro als Zahlungsmittel ein und löste damit den Portugiesischen Escudo ab.

Das Wirtschaftswachstum hat mit etwa 3,3 % jährlich jenes des EU-Durchschnitts in den letzten Jahren meist übertroffen. Trotzdem ist Portugal immer noch das ärmste Altmitglied der EU: Das Pro-Kopf-BIP (in Kaufkraftparitäten) liegt bei etwa 78 % des Durchschnitts der EU-Länder vor der Osterweiterung, wobei es im Jahr 1985 noch etwa bei 50 % lag. Im Vergleich mit dem BIP der erweiterten EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Portugal einen Index von 72.9 (EU-25:100) (2003).[34]

Als Hindernis für stärkeres Wachstum von Produktivität und Beschäftigung werden strukturelle Probleme gesehen, wie z. B. das immer noch schlechte Bildungssystem und die hohe Analphabetismusrate, die teils schlechte Infrastruktur, und die ineffiziente Verwaltung. Deshalb gerät Portugal immer mehr in Wettbewerb mit den Niedriglohnländern Mittel- und Osteuropas, Asiens und Nordafrikas und ist für ausländische Direktinvestitionen nicht sonderlich attraktiv. Die Durchschnittslöhne in Portugal sind für westeuropäische Verhältnisse sehr niedrig und die Arbeitszeiten zum Teil wesentlich länger. Ausländische Investitionen kommen vor allem aus Großbritannien und Spanien. Zu den größten nennenswerten Investitionen zählt die Errichtung von Auto-Europa, einer Autofabrik.
Siehe auch: Liste der größten Unternehmen in Portugal
Arbeitslosigkeit

2013 ist die Arbeitslosigkeit in Portugal auf 17,7 Prozent im ersten Quartal angestiegen. Das sind 2,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 0,8 Punkte über dem Stand im vierten Quartal 2012. Bei unter 24-Jährigen liegt die Rate sogar bei 24,4 Prozent. 2008 lag die Arbeitslosenquote noch bei 7,6 Prozent.
Außenhandel
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Der Außenhandel wird zu etwa 80 % mit den EU-Partnern abgewickelt. Exportiert werden vor allem Bekleidung und Schuhe, Maschinen, Chemieprodukte, Kork sowie Zellstoff und Papier. Importiert werden Maschinen, Fahrzeuge, Öl und Ölprodukte sowie Landwirtschaftsprodukte. Dabei hat Portugal ein großes Handelsbilanzdefizit. Das Zahlungsbilanzdefizit ist durch Einnahmen aus dem Tourismus und den Rücküberweisungen der Auslandsportugiesen nicht so hoch wie das Handelsbilanzdefizit.
Bodenschätze

Portugal gehört zu den weltführenden Nationen in der Wolframproduktion. An abbaubaren Bodenschätzen gibt es außerdem Kohle, Kupfer, Zinn, Gold, Eisenerze wie Pyrit und Chalcopyrit, Tonminerale wie Kaolinit sowie Wolframit und Uraninit. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt Portugal als wichtiger Lieferant für Uran. Der Uranabbau wurde jedoch zu Beginn des 21. Jahrhunderts wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Während des Zweiten Weltkrieges versorgte sich Deutschland mit portugiesischem Wolfram für die Waffenproduktion. Die Atombombe von Hiroshima enthielt portugiesisches Uran.
Korkeiche in Portugal
Landwirtschaft

Die Landwirtschaft Portugals ist eine der ineffizientesten in Europa; der Anteil der Landwirtschaft am BIP liegt bei etwa 5 %, jedoch sind mehr als 15 % der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft beschäftigt. Dies führte dazu, dass viele Betriebe aufgaben und fast die Hälfte der Nahrungsmittel importiert wird. Der Anbau von Mandeln befindet sich ebenso wie die Korkeichenplantagen (montados) im Alentejo und im Douro-Tal in einer tiefen Krise. Zwar ist Portugal mit etwa 125.000 Tonnen und damit der Hälfte der weltweit geernteten Menge das bedeutendste Produktionsland für Rohkork.[35] Dennoch steht der Wirtschaftszweig etwa seit der Jahrtausendwende durch die zunehmende Popularität und internationale Herstellung von synthetisch hergestellten Verschlussalternativen für Weinflaschen stark unter Druck. Auch die Hoffnung zahlreicher Korkbauern (tiradores), die portugiesische Korkeichennutzung sei zumindest für Weine im Hochpreissegment unersetzlich, hat sich nicht erfüllt. Denn der Trend weg vom Naturprodukt hin zu kostengünstigeren Alternativen aus Kunststoff ist auch bei teuren Weinen beobachtbar[36] Ausdruck findet diese Entwicklung in zahlreichen Firmeninsolvenzen und Abwanderungen aus den Korkanbauregionen. Portugals Regierung und die Korkindustrie reagieren inzwischen auf die Entwicklung mit weltweiten „Green-Marketing“-Werbekapagnen, in denen Winzer wieder von der ökologischen Nachhaltigkeit des Naturprodukts Kork überzeugt werden sollen.[37]

Für die Zellstoffindustrie, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor Portugals, werden große Flächen mit schnell wachsendem Eukalyptus als Rohstoff aufgeforstet. Dies ist aus ökologischen Gründen bedenklich, weil Eukalyptus den Boden auslaugt, den ursprünglichen Wald und damit die Tierwelt verdrängt, und die katastrophalen Waldbrände im Sommer begünstigt.

Ähnlich der Landwirtschaft kämpft die Fischerei mit Produktivitätsproblemen. Die portugiesische Fischereiflotte ist im Vergleich zur spanischen schwach entwickelt. Der meiste Fisch wird importiert.
Tourismus

Für etwa acht Prozent des BIP, mit steigender Tendenz, ist der Tourismus verantwortlich, wobei die meisten Besucher aus Spanien und Großbritannien kommen. Die Algarve ist dabei unangefochten das Zentrum. Auf der Atlantikinsel Madeira begann der Tourismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts; die Insel war eines der bevorzugten Ziele wohlhabender britischer Reisender. Sie stiegen vor allem im Hotel Reid’s Palace ab, das der Schotte William Reid 1891 hatte bauen lassen.
Kenndaten
Entwicklung der langfristigen Zinsen für portugiesische Staatsanleihen im Vergleich zu anderen Ländern (2010–2011)

Bruttosozialprodukt (Mrd. US$): 109,86 (199icon_cool.gif, 109,99 (1999), 110,6 (2000),
Bruttosozialprodukt / Einwohner (US$): 11.020 (199icon_cool.gif, 11.010 (1999), 11.060 (2000)

Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Mitgliedschaften: EU, Europarat, NATO, OECD, WTO

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von 81 Mrd. Euro, dem standen Einnahmen von 65 Mrd. Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 16 Mrd. Euro beziehungsweise 9,3 % des BIPs.[38]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 127,9 Mrd. Euro oder 76,1 % des BIP, mittlerweile liegt bei über 100 % des BIP.[38] Am 6. April 2011 gab der Premierminister Portugals bekannt, dass das Land im Zuge der Verschuldungskrisen von Eurozonen-Staaten Finanzhilfen der Europäischen Union annehmen werde.[39] Im Jahr 2011 betrug die Neuverschuldung 4,2 % des BIP. Damit erfüllte Portugal die vorgeschriebenen Sparziele der EU von 5,9 % des BIP deutlich. Dies gelang aber nur durch zusätzliche Zahlungen aus Pensionsfonds, ansonsten hätte das Defizit bei 7,7 % gelegen. Für das Jahr 2012 soll das Sparziel von 4,5 % des BIP ohne Zuzahlungen aus Pensionsfonds erreicht werden.
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Staatsverschuldung 51,4 % 50,5 % 52,9 % 55,6 % 56,9 % 58,3 % 63,6 % 63,9 % 62,7 % 65,3 % 76,1 %
Haushaltssaldo -2,8 % -2,9 % -4,3 % -2,8 % -2,9 % -3,4 % -6,1 % -4,1 % -2,8 % -2,9 % -9,3 %
Quelle: Eurostat[40]
Infrastruktur
Straßenverkehr
Neue Brücke über den Mondego
Ponte Vasco da Gama

Das Straßennetz ist nicht zuletzt dank EU-Mitteln aus Förderungsfonds seit den 1980er Jahren schnell gewachsen und gut ausgebaut. Die wichtigen Routen werden von gebührenpflichtigen Autoestradas abgedeckt. Diese erreichen insgesamt eine Länge von 1100 km und werden größtenteils vom börsennotierten Unternehmen Brisa betrieben. Gebührenfrei sind hingegen Itinerários Principais (IP) oder Itinerários Complementares (IC). Die Investitionen in den Straßenverkehr verdeutlichen sich nicht zuletzt in den Unfallstatistiken, 2008 starben in Portugals Straßenverkehr 83 Menschen pro 1 Million Einwohner nach 323 im Jahre 1991 (zum Vergleich 54 pro 1 Million in Deutschland 200icon_cool.gif.[41]

Der Fernverkehr mit Bussen hat in Portugal einen höheren Stellenwert als in Mitteleuropa. Das größte Linienbusunternehmen ist Rede Expressos.
Schienenverkehr
Ein Alfa Pendular im Bahnhof Lissabon Oriente

Das Eisenbahnnetz Portugals ist relativ weitmaschig. Das staatliche Unternehmen Rede Ferroviária Nacional verwaltet ein Schienennetz, das eine Gesamtlänge von 2789 km hat. Davon sind 188 km Schmalspur, 607 km sind mehrspurig ausgebaut.[42] Züge werden von der staatlichen Comboios de Portugal und seit kurzem von der privaten Fertagus angeboten. Auf den Hauptverkehrsrouten sind die Verbindungen jedoch effizient, der Alfa Pendular bietet die schnellsten Verbindungen zwischen den Ballungszentren. Eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Lissabon, Porto und Madrid ist zudem bereits in Planung, dazu wurde die Projektgesellschaft Rede Ferroviária de Alta Velocidade bereits gegründet.

In Nebenbahnen wurde in den letzten Jahrzehnten kaum investiert und viele wurden stillgelegt. Zwei Städte verfügen über eine U-Bahn, nämlich Lissabon und Porto. Mit der Metro Mondego ist ein Schienennahverkehr in Coimbra geplant. Straßenbahnen existieren schließlich in Lissabon, südlich des Tejo und Porto.

Internationale Züge verbinden Portugal mit Städten in Spanien. Daneben gibt es eine Verbindung nach Irún an der spanisch-französischen Grenze mit direktem TGV-Anschluss nach Paris.
Luftverkehr
Airbus A310 der TAP Portugal

Die fünf wichtigsten Flughäfen Portugals sind Lissabon, Porto, Faro, Ponta Delgada und Funchal. Sie werden von mehreren Fluggesellschaften bedient, wobei die portugiesischen Linien TAP Portugal, SATA Air Açores und Portugália Airlines die meisten Verbindungen bieten. Im Jahr 2006 fertigten die portugiesischen Flughäfen insgesamt 22 Millionen Passagiere und 135.000 Tonnen Fracht ab. Es wird erwartet, dass das Verkehrsaufkommen bis 2025 auf 46,8 Millionen Passagiere und 259 Millionen Tonnen Fracht steigen soll.[43]

Angesichts dieser Zahlen wurde entschieden, den existierenden Flughafen Lissabons durch einen neuen zu ersetzen. Der um 3,3 Milliarden Euro zu errichtende Flughafen soll sich in Ota (Alcochete) befinden und 2017 eröffnet werden.
Wassertransport

Die wichtigsten Häfen Portugals befinden sich in Aveiro, Porto, Lissabon, Sines und Setúbal. Im Jahr 2007 kamen fast 70 % aller Importe über den Seeweg ins Land, während 41 % der Exporte über die Häfen abgewickelt wurden. Von den 58 Millionen Tonnen liefen 39 % über den Hafen von Sines. Die Häfen werden modernisiert und ihre Verkehrsanbindung verbessert, damit sie einen größeren Teil des spanischen Außenhandels abwickeln können.[44] Von den Flüssen sind der Douro[45] und der Tejo[46] schiffbar.
Kultur
Literatur
Siehe auch: Portugiesische Literatur
Luís de Camões

Portugal wird manchmal als Land der Poeten bezeichnet. In der portugiesischen Literatur hatte die Poesie immer stärkeren Einfluss als die Prosa. Im Mittelalter, als die portugiesische Nation entstand, war im Nordwesten der Iberischen Halbinsel die Poesie weit verbreitet. Es entstanden exzellente epische wie lyrische Werke. Während die bekanntesten klassischen Poeten Luís de Camões und Fernando Pessoa sind, gibt es eine Reihe weniger bekannter Künstler, die auf die moderne portugiesische Literatur bedeutenden Einfluss haben.

Die Prosa entwickelte sich später als die Poesie und prägte sich erst im 14. Jahrhundert in der Form von Chroniken oder der Beschreibung des Lebens von Heiligen heraus. Hier ist Fernão Lopes der berühmteste Vertreter; er verfasste eine Chronik der Regentschaften von drei Königen seiner Zeit. Für ihn waren Genauigkeit der Darstellung sowie eine lebhafte Schilderung am wichtigsten. International ist die portugiesische moderne Literatur am bekanntesten, besonders mit den Werken von José Maria Eça de Queiroz und dem Nobelpreisträger für Literatur 1998, José Saramago.

Auch Frauen sind unter den bedeutenden zeitgenössischen Schriftstellern des Landes zu finden, hier zu nennen wären besonders Lídia Jorge und Agustina Bessa-Luís. Unter den jungen Autoren konnte sich zuletzt Valter Hugo Mãe einen Namen machen.
Maria de Medeiros in Cannes
Film
Siehe auch: Portugiesischer Film

Die Filmkunst hat eine lange Tradition in Portugal. International genießt vor allem der anspruchsvolle Autorenfilm des Landes unter Cineasten einen guten Ruf, doch sind preisgekrönte Regisseure wie João Botelho oder João Canijo der breiten Bevölkerung, selbst in Portugal, eher wenig bekannt. Wird die Filmwirtschaft auch hier von den internationalen Großproduktionen und den Multiplex-Kinos bestimmt, so gibt es abseits davon aber noch immer eine rege Filmklub-Bewegung und eine Reihe verschiedener Filmfestivals im Land, die engagierte neue Regisseure wie die sehr unterschiedlichen Miguel Gomes, Jorge Pelicano oder Fernando Fragata hervorbringen, ebenso Schauspielernachwuchs mit Namen wie etwa Ana Moreira, Diogo Infante oder Lúcia Moniz.

Als bekanntester portugiesischer Regisseur ist hier Manoel de Oliveira zu nennen, der zudem mit über 100 Jahren (Jahrgang 190
Verfasst am: 19.06.2014 14:15
Pokalheld
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Einige Gedanken zum Fussball: ( icon_smile.gif )

Während ein Zeitgenosse des 16. und 17. Jahrhunderts, Richard Mulcaster, noch davon sprach, dass "Fussball die Muskeln des ganzen Körpers kräftigt, und indem er überschüssige Säfte nach unten befördert, für einen klaren Kopf sorgt", fand Shakespeare wenig Gefallen an dieser Betätigung.

So ließ er 1591 in seinem Stück Die Komödie der Irrungen den Diener Dromio seiner Herrin Adriana klagen: "So roll ich denn für Euch auf diese Weise? Habt Ihr mich denn für einen Fussball? Ihr tretet mich von dort nach hier, und er, er tritt mich dann von hier nach dort. Wenn ich in diesem Dienst verharren soll, so müsst Ihr mich in Leder kleiden." Und nur 15 Jahre später wagte er in König Lear den Satz: "Du verachtenswerter Fussballspieler."

Ganz anders ist die Gefühlslage offenbar beim Literatur-Nobelpreisträger Albert Camus, der sich in tiefer Dankbarkeit verneigt. "Die moralische Lehre, die ich dem Fussball verdanke: Die loyale Beachtung von Spielregeln, die gemeinsam festgelegt und freiwillig akzeptiert werden."

"Schon vor Hunderttausenden von Jahren hatte der Mensch Freude daran, Gegenstände mit Fußtritten in rasche Bewegungen zu versetzen. Allerdings ging man seinerzeit noch auf allen vieren, so dass ein Schuss aufs Tor sich meist schon in den eigenen Vorderbeinen verfing", wirft der Deutsche Vicco van Bülow, alias Loriot, einen Blick auf die Anfänge der Menschheit.

Den Fussball wissenschaftlich betrachten können? Kein Problem für den Historiker Horst Bredekamp: "In keinem anderen Bereich laufen auf so kleinem Raum mit so einfachen Mitteln so elementare und zugleich hoch differenzierte Prozesse ab. Fussball ist das Theater der Welt."

"Fussball bedeutet Freiheit", weiß Reggae-Legende Bob Marley zu berichten, wobei ihm in dieser Hinsicht kein Geringerer als der ehemalige U.S.-Präsident Harry S. Truman mehr oder weniger widerspricht. "Es ist leichter, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein, als Fussballtrainer. Sehen Sie, ich wurde für vier Jahre gewählt. Ein Fussballtrainer aber wird, wenn er verliert, von heute auf morgen in die Wüste geschickt."

Auf der Suche nach weiteren interessanten Aussprüchen lässt sich feststellen, dass sich tatsächlich viele kluge Menschen Gedanken gemacht und Vergleiche gezogen haben. Dabei reicht die Palette von Zitaten, wie "eine aufgeblasene mit Leder überzogene Ochsenblase, die man bald mit dem Fuß oder mit dem Arm in die Luft schlägt" (Gebrüder Grimm), bis zu religiösen und kulturellen Vergleichen.

"Worin ähnelt der Fussball Gott?", fragt sich der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano und gibt selbst die Antwort: "In der Ehrfurcht, die ihm viele Gläubige entgegenbringen, und im Misstrauen, mit dem ihm viele Intellektuelle begegnen." Und kein Geringerer als Philosoph Umberto Eco ergänzt: "Der Fussball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes."

Fussball schafft eine demokratische Ebene des Austausches, einen echten Dialog der Kulturen", verkündet Calixthe Beyala. "Für den Fussballer ist Fusballer Sport (und Arbeit und Geschäft), für den Nichtfussballer, für alle übrigen Menschen also, ist Fussball Kultur, also Lebensart", so Egyd Gstätter. "Gibt es denn bloß noch Kultur? Und kein Fussball?", entgegnet der Autor Janosch.

Interessante Gedanken scheint sich auch der französische Philosoph Jean-Paul Sartre gemacht zu haben, der sich Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Komplexität des runden Leders beschäftigte und zu dem Schluss kommt, dass sich "bei einem Fussballspiel alles durch die gegnerische Mannschaft verkompliziert."

Und wenn dann auch noch der Gegner Deutschland heißt, scheint alles verloren - zumindest, wenn es nach Gary Lineker geht, denn die Fussball-Legende überraschte einst selbst mit der Erkenntnis: "Fussball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, und am Ende gewinnt immer Deutschland."

Unsere Reise zu den Philosophen und klugen Köpfen dieser Erde wollen wir natürlich nicht beenden, ohne auch auf die eigentlichen Protagonisten einzugehen, die sich über die Jahrhunderte sicherlich auch den ein anderen Gedanken über das Spiel mit dem runden Leder gemacht haben.

Denn was wäre der Fussball ohne die Erkenntnisse des deutschen "Wunder von Bern"-Architekten Sepp Herberger? "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" oder "Das Spiel dauert 90 Minuten..." Wer könnte dem widersprechen?


... und am Ende siegt Wormatia - dies sollte die Devise für die Zukunft sein ...

Verfasst am: 21.06.2014 15:10
S3mTeX
Dabei seit: 18.11.2012
Beiträge: 215
Für das Spiel heute Abend gegen Ghana, tippe ich mal vorsichtig auf ein 2:0 für Uns. Tore durch Müller und Götze.
Verfasst am: 21.06.2014 18:17
Bierling
Themenersteller
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Beiträge: 186
Ich denke es geht 3:1 aus, Tore durch Kroos, Müller und Klose.
Verfasst am: 21.06.2014 19:25
richi63
Dabei seit: 14.09.2013
Beiträge: 111
Ohne Gegentor 3:0.
Verfasst am: 22.06.2014 08:08
Wormatiachris
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Beiträge: 244
Ich seh' schon, Toni Torente-Tippnevau! icon_biggrin.gif




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